Freitag, 13. Mai 2016

Ghetto Bitch

 
Zum Inhalt:


Nele lebt gemeinsam mit ihrem Bruder Timo, ihrer Mutter Henriette und ihrem Vater in einem Hamburger Villenviertel. Es fehlt ihr an nichts, man könnte sie und ihre Familie als wohlhabend - ja, reich, bezeichnen. Sie und Daniel, der Mädchenschwarm der Schule, sind ein hinreissendes Paar, Harmonie pur. Auch ihre beste Freundin Svantje ist immer an ihrer Seite - gemeinsam besuchen sie coole Poolpartys und Konzerte und lassen den ein oder anderen Euro bei ihren gemeinsamen Shoppingtouren liegen. Das alles ändert sich schlagartig, als Neles Vater stirbt. Scheinbar war nicht alles Gold was glänzte. Er hat der Familie einen großen Schuldenberg hinterlassen. Henriette ist gezwungen, die Villa zu verkaufen und mit Nele und Timo ein neues Leben zu beginnen, jenseits der glamourösen Villen - hinein in eine Hamburger Hochhaussiedlung...

Über den Autoren:

Gernot Gricksch, Jahrgang 1964, ist Journalist und Autor. Er schrieb zahlreiche Drehbücher fürs Kinderfernsehen und bereits mehrere Romane für Erwachsene, darunter den Bestseller „Die denkwürdige Geschichte der Kirschkernspuckerbande“. Sein preisgekrönter Roman „Robert Zimmermann wundert sich über die Liebe“ wurde von Leander Haußmann fürs Kino verfilmt. Für das Drehbuch, das er selbst schrieb, wurde er sowohl mit dem Norddeutschen als auch mit dem Bayerischen Filmpreis ausgezeichnet. Gernot Gricksch lebt mit seiner Familie in Hamburg.(Quelle: www.dressler-verlag.de)

Allgemeine Informationen zum Buch:

Gernot Grickschs "Ghetto Bitch" ist im Mai 2016 im Dressler Verlag erschienen und umfasst 320 Seiten. Es ist als gebundene Ausgabe zum Preis von 14,99 Euro sowie als Kindle Edition zum Preis von 11,99 Euro erhältlich und richtet sich an Jugendliche im Alter zwischen 14 und 17 Jahren. Weitere Informationen unter www.ghetto-bitch.de

Hier gehts zur Leseprobe!

Meine Gedanken zum Buch:

Gernot Gricksch widmet sich in "Ghetto Bitch" den bestehenden Vorurteilen zwischen "Arm" und "Reich". Wie gehen die Menschen miteinander um, wenn sie plötzlich auf Menschen treffen, die einen komplett anderen Lebensstil führen? Was passiert, wenn "Arm" auf "Reich" trifft?

In diesem Fall wurden Nele, ihr Bruder Timo und ihre Mutter Henriette aufgrund ihrer finanziellen Situationen dazu gezwungen, aus dem glamourösen Villenviertel in eine Hamburger Hochhaussiedlung zu ziehen. Henriette, die es gewohnt war, "reiche Ehefrau" zu sein - ist plötzlich ganz alleine für das Einkommen der Familie zuständig. Statt das Haus dekorativ in Szene zu setzen und opulente Poolpartys zu organisieren, bewirbt sie sich auf diverse Arbeitsstellen und beginnt die Tätigkeit als Verkäuferin bei einem Bäcker. Sie stellt fest, dass es möglich ist, sich den Lebensumständen anzupassen, auch wenn das in ihrer Vorstellung bisher undenkbar war.

Timo kommt mit der neuen Lebenssituation auf den ersten Blick sehr gut zurecht. Er war an seiner alten Schule oftmals das Opfer von Mobbing, da er sich nie so recht in das Leben der Reichen integriert hat. Er liebt die Musik, den Metal, Schlagzeug und Gitarre. Gleich bei seiner Ankunft im Hochhausviertel trifft er auf ein paar Jungs, die ein Gespräch mit ihm beginnen. Die Zeiten des Alleingangs scheinen vorbei zu sein, 
doch der Schein trügt...

Nele scheint es die größten Schwierigkeiten zu bereiten, mit der neuen Lebenssituation klar zu kommen. Dabei ist sie keinesfalls eingebildet und überheblich, jedenfalls nicht vorsätzlich. Sie ist es einfach nur gewohnt sich keine Sorgen um die Finanzen machen zu müssen und alles zu haben, was mit Geld kaufbar ist. Wenn sie bisher bei Partys war, war es selbstverständlich, dass der Gastgeber für das leibliche Wohl seiner Gäste verantwortlich ist. Dabei wurden weder Kosten noch Mühen gescheut. Im sozialen Brennpunkt Steilshoop scheint sich das ganze etwas anders zu gestalten. Dort gibt es auch Partys, diese finden jedoch nicht am hauseigenen Pool statt sondern z.B. im Schrebergarten. Statt delikaten Häppchen vom besten Lieferservice samt Cocktailbar gibt es selbst mitgebrachte Chips aus Tüten und Sekt in Flaschen vom Discounter.

Schnell wird Nele von ihren neuen Klassenkameraden als Prinzessin bzw. Königin bezeichnet. Sie fühlt sich nicht wohl in ihrer Haut. Doch natürlich ist ihr klar, dass dies nun ihr neues Zuhause ist, sie kann mit wehenden Fahnen untergehen, oder versuchen ihr Umfeld zu verstehen und mit den Vorurteilen aufzuräumen. Sehr schnell merkt sie, dass in ihrem Umfeld anders gesprochen wird, andere Kleidung getragen wird und andere Themen an der Tagesordnung stehen. Und sooo schwierig scheint es gar nicht zu sein, mit den Menschen in ihrem Umfeld klarzukommen, allerdings muss sie über ihren Schatten springen und auf die Menschen zugehen. Wo ihr bisher immer alles auf dem Silbertablett serviert wurde, ist nun Ärmel hochkrempeln und selber aktiv werden angesagt. Dabei verliebt sie sich in den Mädchenschwarm Rick und findet sogar eine neue beste Freundin. Welche Rolle Nele in diesem neuen Leben einnimmt, wie sie sich dort zurecht findet und ob sie nochmal Kontakt zu ihren alten Freunden hat, erfahrt ihr in "Ghetto Bitch".

Obwohl ich dem Alter der Zielgruppe schon einige Zeit entwachsen bin, konnte mich die Geschichte mitreissen und begeistern. Vorurteile spielen doch immer eine Rolle in unserem Leben, dabei ist das Alter unerheblich. Die Geschichte bewegt zum Nachdenken, räumt mit Vorurteilen auf, andere widerrum bestätigt sie. Meiner Meinung nach die perfekte Lektüre für den Schulunterricht. Das Buch bietet eine hervorragende Grundlage zum Diskutieren und zum Meinungsaustausch, gerade unter Jugendlichen. Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung und 5 von 5 Sternen.

Vielen Dank an den Dressler Verlag fürs Bereitstellen des Buches!

Kommentare:

  1. Ich habe das Buch auch gerade gelesen und heute an eine meiner Schülerinnen weitergegeben! Mir hat es sehr gut gefallen, vor allem Ginny fand ich richtig cool! Bin gespannt, wie es bei der Zielgruppe ankommt! LG Verena

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  2. Hallo Verena,

    ja stimmt, Ginny ist klasse. Sie ist so richtig authentisch, manchmal etwas hart, aber trotzdem total symphatisch :) Ich mochte sie auch sehr.

    lg, Sandra

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